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Pressemitteilung: Medizinische Weltpremiere am Herzzentrum Bonn

Kardiologen des Universitätsklinikums Bonn haben erstmalig drei defekte Herzklappen in einer einzigen kathetergestützten Behandlung repariert. Mit diesem weltweit einmaligen Vorgehen konnten der Patientin zwei zusätzliche Eingriffe mit entsprechenden Narkosen und Krankenhausaufenthalten erspart werden.

Bonn, Februar 2021 - Das menschliche Herz besitzt vier Herzklappen, die als Ventile den Blutfluss im Körper steuern. Mit zunehmendem Alter können sich diese Herzklappen verengen oder undicht werden, was die Pumpleistung des Herzens massiv beeinträchtigen kann.
Dem Bonner Kardiologen Prof. Dr. Georg Nickenig und seinem Team ist es im Herzzentrum des Uniklinikums Bonn gelungen, die drei erkrankten Herzklappen einer 95-jähirgen Patientin in einer einzigen interventionellen Behandlung zu reparieren.
Die Patientin hatte zuvor schon bei geringster Belastung über Luftnot geklagt und war aus Siegen in das Bonner Uniklinikum verlegt worden. Bei Voruntersuchungen hatte sich bereits herausgestellt, dass drei der vier Herzklappen stark degeneriert waren. In der Regel werden solche defekten Herzklappen einzeln behandelt, in einigen Fällen können auch zwei Herzklappen während eines Eingriffs repariert werden.
Aufgrund des hohen Alters der Patientin und der gleichzeitig guten medizinischen Ausgangslage entschied sich das Team um Georg Nickenig jedoch dazu, erstmalig alle drei degenerierten Herzklappen während einer Intervention zu behandeln.

Bei diesem sogenannten „triple-valve-repair“-Eingriff wurde der Patientin zunächst durch einen Zugang in der Leiste und mithilfe eines Katheters eine neue Aortenklappe implantiert. Direkt im Anschluss daran wurden dann die zuvor undichte Mitral- und Trikuspidalklappe mit kleinen Clips wieder vollständig schlussfähig gemacht. „Durch dieses Vorgehen konnten wir unserer Patientin zwei weitere belastende Eingriffe unter Vollnarkose sowie zusätzliche Krankenhausaufenthalte ersparen“, freute sich Georg Nickenig nach der erfolgreichen Behandlung.

Der rund einstündige Eingriff wurde wegen seiner hohen Relevanz für die interventionelle Kardiologie live zum renommierten Fachkongress „JIM – Joint Interventional Meeting“ in Mailand übertragen und von 1.200 Kardiologen*innen in aller Welt verfolgt.
Einige Tage nach dem Eingriff zeigte sich die Patientin begeistert und erleichtert: „Nachdem ich über einen langen Zeitraum schon nach wenigen Metern Gehen Schnappatmung bekommen habe, freue ich mich endlich wieder tief einatmen zu können und nicht sofort aus der Puste zu sein“, so die 95-jährige Emmi Brecher.

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