Bild eines Blutzuckermessgerätes und Bild einer Pflegerin

Angebote unseres Herzzentrums im Hinblick auf Prävention

Das Management von kardiovaskulären Risikofaktoren spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen. Eine gute Einstellung dieser Faktoren trägt maßgeblich dazu bei, das Risiko an einer Herz-Kreislauferkrankung zu erkranken zu minimieren oder das Voranschreiten einer bereits bestehenden Erkrankung zu verlangsamen. Zu den bedeutendsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, erhöhte Blutfettewerte sowie der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Sämtliche Patienten, die in unserer Klinik aufgrund einer Herz-Kreislauferkrankung stationär oder ambulant behandelt werden, erhalten ein ausführliches Screening auf das Vorliegen von kardiovaskulären Risikofaktoren. Gemeinsam mit den behandelnden Haus- und Fachärzten werden Konzepte zur dauerhaften Reduktion des kardiovaskulären Risikoprofiles erarbeitet. Eine individuelle Beratung, die auf die Bedürfnisse und Lebensumstände des einzelnen Patienten abgestimmt ist, ist für uns selbstverständlich.

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

Laut statistischem Bundesamt sind 44% der Frauen und 51% der Männer im Alter von 18 bis 79 Jahren von Bluthochdruck betroffen. Neben einem höheren Lebensalter begünstigen vor allem Übergewicht, eine salzreiche Ernährung, vermehrter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und psychosozialer Stress das Auftreten eines Bluthochdruckes. Ein zu hoher Blutdruck kann unter anderem die Entstehung von Gefäßverkalkungen in den Herzkranzgefäßen (Koronare Herzerkrankung) begünstigen und kann zu einer dauerhaften Schädigung des Herzens (Hypertensive Herzerkrankung), der Niere und der Augen (Hypertensive Nephropathie und Retinopathie) führen. Darüber hinaus steigt bei einem unzureichend eingestellten Blutdruck das Risiko einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.

Neben einer medikamentösen Einstellung der Blutdruckwerte spielt auch der Lebensstil eine wichtige Rolle. Durch eine Gewichtsreduktion, eine salzarme mediterrane Ernährung und körperliche Aktivität kann häufig eine effektive Blutdrucksenkung erzielt werden. Patienten, die unter Bluthochdruck leiden sollten regelmäßig zu Hause ihren Blutdruck messen. Darüber hinaus sollten regelmäßig Langzeit-Blutdruckmessungen beim Haus- oder Facharzt erfolgen.

Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie)

Kann der Cholesterinspiegel durch die Einnahme eines Statines nicht ausreichend gesenkt werden, wird in der Regel eine Kombination aus einem Statin und einem Cholesterol-Resorptionshemmer (z.B. Ezetimib) verwendet oder ergänzend Bempedoinsäure verabreicht. Darüber hinaus kann eine Senkung des Cholesterinspiegels durch sogenannte PCSK-9 Inhibitoren erzielt werden. PCSK-9 Inhibitoren sind Antikörper, die zu einer Erhöhung der LDL-Rezeptoren auf der Leberoberfläche führen und so den Abbau des LDL-Cholesterins über diese Rezeptoren beschleunigen. Dieses Medikament wird vorzugsweise bei ausgewählten Patienten mit schwer einstellbaren Cholesterinwerten oder bei Patienten mit einer Unverträglichkeit für Statine eingesetzt.

In Deutschland leiden ca. 65,7% der Frauen und 64,5% der Männer im Alter von 18-79 Jahren unter einer Fettstoffwechselstörung. In vielen wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass eine Senkung des sogenannten „Low-density Cholesterins“ (LDL-Cholesterin) zu einer signifikanten Reduktion des kardiovaskulären Risikos führt. Bei Patienten, die unter einer Herz-Kreislauferkrankung leiden oder die schon einen Herzinfarkt erlitten haben, wird daher ein LDL-Choelsterin von < 55 mg/dl angestrebt. Da eine dauerhafte Senkung des LDL-Cholesterins in der Regel nicht durch eine Ernährungsumstellung erreicht werden kann, ist die Einnahme eine Cholesterinsenkers fester Bestandteil der Medikation von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen. Häufig eingesetzte Cholesterinsenker stammen aus der Gruppe der sogenannten CSE-Hemmer (z.B. Simvastatin, Atorvastatin, Rosuvastatin).

Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus)

Darüber hinaus konnte für die Gruppe der SGLT-2 Hemmer eine kardioprotektive Wirkung nachgewiesen werden. Kann mit Hilfe dieser Medikamente keine ausreichende Blutzuckereinstellung erzielt werden, ist eine zusätzliche Gabe von Insulin erforderlich. Patienten, die unter einem Diabetes mellitus Typ II leiden sollten regelmäßig ihre Blutzuckerwerte bestimmen und regelmäßig im Umgang mit ihrer Erkrankung geschult werden. Eine regelmäßige Betreuung durch einen Facharzt für Diabetologie ist wünschenswert. Die Bestimmung des HbA1c (sogenannter Langzeit-Blutzuckerwert) zeigt an, ob die Blutzuckerspiegel dauerhaft gut eingestellt sind.

Patienten, die von Diabetes mellitus betroffen sind, leiden unter einer chronischen Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Dies kann entweder durch eine unzureichende Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse (Diabetes Mellitus Typ I) oder eine Insulinresistenz (Diabetes mellitus Typ II, sogenannter Alterdiabetes) verursacht sein. Ursächlich für das Entstehen eines Diabetes Mellitus Typ II sind unter anderem Übergewicht, mangelnde Bewegung oder auch eine genetische Veranlagung. Häufig kann eine Reduktion der Blutzuckerspiegel durch eine konsequente Gewichtsreduktion und Ernährungsumstellung erzielt werden. Zusätzlich kann die Blutzuckereinstellung durch sogenannte orale Antidiabetika wie z.B. Metformin, Gliptine oder SGLT-2-Hemmer medikamentös unterstützt werden. Neben der Senkung des Blutzuckerspiegels haben diese Medikamente auch eine gewichtsreduzierende Wirkung.

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