Bild eines Herzkatheters und Bild von Röntgenaufnahmen eines Herzens

Die KHK beschreibt verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße

Das menschliche Herz ist gerade einmal faustgroß und in der Regel nicht schwerer als 300 Gramm. Doch als Motor des menschlichen Körpers pumpt es 24 Stunden am Tag sauerstoffreiches Blut durch den Körper und macht so unser Leben erst möglich.

60-80 Schläge in der Minute ergeben auf ein Leben gerechnet nahezu drei Milliarden Kontraktionen mit einem Pumpvolumen von rund 250 Millionen Litern Blut.

Doch das Herz pumpt das Blut nicht nur in das menschliche Gewebe und die anderen Organe. Auch sich selbst versorgt es mit notwendigem Sauerstoff und Nährstoffen. Denn schließlich ist das Herz nichts anderes als ein Muskel, der pausenlos arbeitet und dafür Sauerstoff und Energie benötigt.

Genau diese herzeigene Versorgung erfolgt über die sogenannten Herzkranzgefäße. Sind sie durch Engstellen oder Verstopfungen geschädigt, spricht man von einer Koronaren Herzkrankheit (KHK). Liegt sogar ein vollständiger Verschluss der Herzkranzgefäße vor, können große Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und akut lebensbedrohliche Komplikationen wie der Herzinfarkt können die Folge sein.

Die Koronare Herzerkrankung und der daraus resultierende Herzinfarkt ist nach wie vor die häufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen. Auslöser ist die sogenannte Atherosklerose („Gefäßverkalkung“), eine entzündliche Erkrankung der Blutadern. Im Krankheitsverlauf verdicken und verhärten die arteriellen Blutgefäße zunehmend. Dadurch wird der Querschnitt der Arterien eingeschränkt und der Durchlass wird kleiner. Zudem verlieren die eigentlich flexiblen Gefäße an Elastizität. In der Folge sind der Blutfluss, die Durchblutung und damit auch die Sauerstoffversorgung der betroffenen Bereiche - in dem Fall des Herzens - eingeschränkt. Bedingt wird die koronare Herzerkrankung durch klassische Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Zuckererkrankung, Fettstoffwechselstörung aber auch durch Alter, männliches Geschlecht und Veränderungen im Erbgut.

Als interdisziplinäre Einrichtung bietet das Herzzentrum Bonn die komplette Kaskade der Behandlung der koronaren Herzerkrankung von Lebensstilberatung über das Risikofaktormanagement bei z.B. Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen bis hin zu innovativsten Behandlungsmethoden der koronaren Herzerkrankung im Herzkatheterlabor, Hybrid-OP oder herzchirurgischen Operationssaal an. Hierzu gehören moderne minimalinvasive Herzkatheterverfahren mit neuartigen Bildgebungsmethoden genauso wie minimalinvasive herzchirurgische Operationen unter Zuhilfenahme von Robotertechnik.

Ein wesentliches Standbein der Behandlung der koronaren Herzerkrankung ist die Umgehung oder Beseitigung dieser Verengungen oder Verschlüsse mittels Stent-Implantation im Herzkatheter oder einer Bypass-Operation.

Koronarchirurgie – Bypassoperationen an Herzkranzgefäßen

Die koronare Bypassoperation ist eine effektive Therapie bei schwerer KHK. Bei der Bypassoperation werden gesunde Arterien aus der Brustwand oder Venen aus dem Bein verwendet, um einen Umgehungskreislauf zu erstellen. Stellen Sie sich den Bypass (engl.: to pass by = vorbei- oder umleiten) wie eine Umleitungsstraße bei einer Straßensperrung vor. Die Bypässe werden jeweils hinter den Engstellen mit den Herzkranzarterien verbunden, so dass das Blut von einer großen Schlagader über den Bypass in das Herzkranzgefäß hinter der Engstelle führt. Über den Bypass wird dann der minderversorgte Herzmuskel wieder mit Blut versorgt. Üblicherweise werden drei bis vier Bypässe angelegt, um das Herz wieder vollständig mit Blut zu versorgen.

Sollte bei Ihnen eine koronare Herzerkrankung vorliegen, können wir Sie in einem ausführlichen Gespräch über die geeignetste Therapiemethode informieren. Wenn dies eine Bypassoperation sein sollte, so wird mit Ihnen gerne die geeignetste Operationsmethode (am schlagenden Herzen oder unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am stillgelegten Herzen) und die Art der Bypässe (nur Arterien oder in Kombination mit Venen aus dem Bein) in einem ambulanten Termin besprochen.

Die koronare Bypassoperation, bzw. die Versorgung des Herzens mit Bypässen, verbessert die Blutversorgung des Herzmuskels. Diese Therapieform verbessert die Lebensqualität und erhöht die Lebenserwartung bei Menschen mit schwerer koronarer Herzerkrankung (KHK). KHK ist eine Erkrankung, bei der sich in den Herzkranzarterien (Koronarien bzw. Koronararterien) sogenannte Plaques bilden. Über diese Herzkranzarterien wird sauerstoffreiches Blut in Ihren Herzmuskel gepumpt. Die Plaques bestehen aus Cholesterin, Fett, Kalzium und anderen Stoffen aus dem Blut. Plaques können die Herzkranzarterie einengen oder komplett verschließen und damit den Blutfluss zum Herzmuskel stören. Sobald die Blutversorgung des Herzmuskels empfindlich gestört ist, kommt es zu Schmerzen und Engegefühl im Bereich des Brustkorbs (Angina pectoris), manchmal zu Atemnot und es kann auch ein Herzinfarkt auftreten.

Ein Teil einer Arterie in einer Hand

Versorgung einer KHK im Herzkatheterlabor

Die interventionelle Kardiologie ist ein zentraler Schwerpunkt unserer Klinik. Für die Behandlung von Patienten mit koronarer Herzerkrankung und strukturellen Herzerkrankungen (angeborene und erworbene Herzfehler) stehen insgesamt sechs Herzkatheterlabore mit modernster Ausstattung und Messtechnik zur Verfügung.

Komplexe Befunde werden stets vom Herzteam bestehend aus erfahrenen Kardiologen, Herzchirurgen und Kardioanästhesisten gemeinsam diskutiert und behandelt. Alle strukturellen Herzklappeneingriffe werden grundsätzlich interdisziplinär in einem hochmodernen 70m2 großen Hybrid-OP Saal durchgeführt.

Im einzelnen werden folgende diagnostische und therapeutische Eingriffe durchgeführt:

Diagnostische Herzkatheteruntersuchung:

  • Linksherzkatheter
  • Rechtsherzkatheter
  • Koronarangiographie
  • Fraktionelle Flussreserve (FFR)
  • Intravaskulärer Ultraschall (IVUS)
  • Optische Kohärenztomographie (OCT)

Perkutane Koronarintervention:

  • Medikamenten-beschichtete Stents (DES, drug-eluting stents)
  • Unbeschichtete Metall-Stents (BMS, bare metal stents)
  • Resorbierbare Gefäßstützen (BVS, bioabsorbable scaffolds)
  • Rotablation
  • Protected PCI (Hochrisiko PCI mit Unterstützungssystem wie Impella)

Temporäre Herz-Unterstützungssysteme:

  • Linksventrikuläre Unterstützungssysteme (Impella, iVAC)
  • Rechtsventrikuläre Unterstützungssysteme (Impella)
  • ECMO

Kathetergestützte (minimal-invasive) Therapie von strukturellen Herzerkrankungen:

  • Aortenklappe (TAVI, Valvuloplastie)
  • Mitraklappe (MitraClip, Cardioband, Valvuloplastie)
  • Degenerierte Herzklappenprothesen (Valve-in-Valve Implantation)
  • Trikuspidalklappe (MitraClip bzw. Cardioband in Trikuspidalklappe)
  • Pulmonalklappe
  • Hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie (TASH-Prozedur)
  • Persistierendes Foramen ovale (PFO-Verschluss)
  • Atrium septum Defekt (ASD-Verschluss)
  • Linksatriales Vorhofohr (LAA-Verschluss)
  • Ventrikelseptum Defekt (VSD-Verschluss)
  • Periprothetische Leckage nach Aorten- und Mitralklappenersatz (Plug-Verschluss)

Unsere Experten

Haben Sie Fragen? Kontakt in die KARDIOLOGIE:

Unser Sekretariat steht Ihnen gerne zur Verfügung.

Univ. Prof. Dr. Sebastian Zimmer
Sekretariat
Cornelia Hofer
Tel.: 0228 – 287 16024
Fax: 0228 – 287 14034
E-Mail: Cornelia.Hofer@ukbonn.de

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Außerhalb der Dienstzeit sind wir für kardiologische Notfälle unter der Herzinfarkt-Hotline erreichbar: 0151 – 1823 0500

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Oberarztsekretariat
Dorothea Frohn

Tel: 0228 – 287 14194
Fax: 0228 – 287 14195

Oberarztsekretariat
Tanja Höhne

Tel: 0228 – 287 14194

Telefonisch erreichbar von Montags bis Donnerstags von 08:00 bis 16:00 Uhr und Freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr
Außerhalb der Dienstzeit sind wir für herzchirurgische Notfälle unter dem herzchirurgischen Diensthandy erreichbar: 0151 – 582 33791

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