Eine Geschichte, die auch die Ärzte begeistert
Einige Monate später liegt Helene Riechert erneut im Herzkatheterlabor des Herzzentrums Bonn. Diesmal soll abgeklärt werden, ob eine weitere Auffälligkeit an ihren Herzkranzgefäßen behandelt werden muss. Während Oberarzt Dr. Julian Jehle und Dr. Moritz Nöthel sie untersuchen, kommen sie mit ihrer Patientin ins Gespräch.
Herzkatheteruntersuchungen finden in der Regel ohne Vollnarkose statt. Die Patientinnen und Patienten sind wach und können sich während des Eingriffs mit den behandelnden Ärzten unterhalten. Für Helene Riechert ist das eine willkommene Ablenkung. Sie erzählt von ihrer Reise nach Kaprun, den Hunderten Tänzerinnen und Tänzern und dem Weltrekord, den sie nur drei Wochen nach ihrer Stentimplantation geschafft hat.
Auch für die beiden Ärzte ist das eine außergewöhnliche Geschichte. „Das ist der Grund, weshalb ich Kardiologe geworden bin“, sagt Jehle. Schon während seines Studiums habe ihn fasziniert, wie sehr sich das Leben von Patientinnen und Patienten durch einen vergleichsweise kleinen Eingriff verändern könne.
„Wir wollen, dass unsere Patienten körperlich aktiv sind, und zwar nach Möglichkeit mehr als vor dem Stent“, erklärt der Oberarzt. Eine erfolgreiche Stentimplantation könne häufig eine normale körperliche Belastung ermöglichen. Voraussetzung sei allerdings, dass auch die übrige Herzfunktion und mögliche Begleiterkrankungen berücksichtigt werden. Wie stark sich jemand belasten darf, müsse deshalb immer individuell beurteilt werden.
Dass Helene Riechert kurz nach ihrer Behandlung bereits wieder auf einem Berg tanzen konnte, freut die Ärzte besonders. „Es ist für uns besonders schön, so eine Geschichte nachzuverfolgen und erzählt zu bekommen, dass sie dann diesen tollen Erfolg hatte“, sagt Jehle.