AG Structural Heart Diseases focusing Mitral and Tricuspid Valve

Fokus: Mitralklappe

Die Mitralklappeninsuffizienz (MI) tritt bei bis zu einem Viertel der europäischen Erwachsenen, die mit symptomatischem Herzvitium behandelt werden, zusätzlich auf. Sie ist damit das zweithäufigste erworbene Herzklappenvitium nach der Aortenklappenstenose. Typische Symptome wie Schwindel, Dyspnoe, Abgeschlagenheit treten häufig erst in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung auf. Die einzige Therapieoption im klinischen Alltag stellte bislang die chirurgische Intervention dar. Sie gilt als Goldstandard und einzige kurative Therapieoption. Die krankheitsbedingten Symptome werden hierdurch verbessert und zusätzlich der Progression des Herzvitiums entgegengewirkt. Seit 2008 bestehen neuere interventionelle Verfahren, wie z. B. die „MitraClip"-Prozedur, vor allem für Patienten mit hohem operativem Risiko. Über einen venösen Zugangsweg wird kathetergestützt die Mitralklappeninsuffizienz verringert und so Symptome und Lebensqualität verbessert.

Thematische Schwerpunkte

  • Prädiktion eines guten prozeduralen Outcomes (echokardiographische sowie CT-morphologische Prädiktoren)
  • Prozedur (z. B. ASD nach transseptaler Punktion, daraus resultierende hämodynamische Veränderungen)
  • Prognoseabschätzung (v. a. peri- und postprozedurale Komplikationen)

Fokus: Trikuspidalklappe

Die Prävalenz der Trikuspidalklappeninsuffizienz ist altersabhängig und beträgt bis zu 25 % im Alter > 70 Jahren. Eine primäre Trikuspidalklappeninsuffizienz ist relativ selten. Deutlich häufiger ist die sekundäre Trikuspidalklappeninsuffizienz. Hierbei kommt es aufgrund einer chronischen linkskardialen Grunderkrankung mit konsekutiver Druckbelastung des rechten Ventrikels und nachfolgender Dilatation des Trikuspidalklappenringes zu einer Malkoaptation der Trikuspidalklappensegel, die zur Undichtigkeit der Klappe führt. Eine leichtgradige Trikuspidalklappeninsuffizienz bleibt bei den meisten Patienten asymptomatisch. Bei zunehmender Insuffizienz klagen die Patienten über Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Leistungsminderung. Klinisch finden sich Zeichen einer Rechtsherzbelastung mit Beinödemen, Anasarka, Aszites und auffälligem systolischen Jugularvenenpuls. Eine rein medikamentöse Therapie führt langfristig nicht zu einer ausreichenden oder anhaltenden Verbesserung der klinischen Symptome. Eine kausale medikamentöse Therapie existiert nicht. Lediglich diuretisch wirksame Medikamente können durch entsprechende Vorlastsenkung zu einer (zeitweisen) Verbesserung der Symptome führen. Eine isolierte Operation der Trikuspidalklappe mit einer Rekonstruktion wird selten allein durchgeführt bzw. ist meist Bestandteil eines kombinierten Klappeneingriffes. Mittlerweile ist es auch möglich, bei Patienten, die nicht operiert werden können, einen kathetergestützten Eingriff mit dem MitraClip-Verfahren durchzuführen. Andere Systeme hierfür stehen vor der klinischen Markteinführung.

Thematische Schwerpunkte

  • Prädiktion eines guten prozeduralen Outcomes mittels echokardiographischer sowie CT-morphologischer Prädiktoren
  • Technische Prozessdurchführung (z. B. resultierende hämodynamische Veränderungen)
  • Prognoseabschätzung (peri- und postprozedurale Komplikationen u. a.)

Mitglieder

  • PD Dr. med. Marcel Weber
  • Dr. med. Johanna Vogelhuber
  • Prof. Dr. med. Sebastian Zimmer
  • PD Dr. med. Can Öztürk

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